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Intern
    Pädagogik bei Verhaltensstörungen

    Erlebensbezogenes Denken

    (research questions in English: see below)

    Erlebensbezogenes Denken (engl. Thinking at the Edge - „TAE“) wurde ursprünglich entwickelt von Prof. Eugene T. Gendlin an der Universität Chicago als eine systematisch anwendbare Methode der Theoriebildung (vgl. Gendlin, 2004a, 2004b). Es ist der Focusing-Methode (vgl. Gendlin, 1998; vgl. Gendlin & Wiltschko, 2004) verwandt und sieht ein rhythmisches Pendeln zwischen Erleben und Sprache vor. Im deutschsprachigen Raum existieren bislang mehrere Anwendungsbezüge, zum einen als flexibel anpassbare Praxis des kreativen Denkens an unterschiedliche Kontexte (vgl. Fendler-Lee, 2017), aber auch in Form eines spezifischen erlebensbezogenen Coachingangebots (vgl. Deloch, 2017). TAE ist ein strukturierter Denkprozess. In 14 aufeinander abgestimmten Schritten wird es möglich, eine inhaltliche Position zu einem bestimmten Thema zu entwickeln, die auf eigener Erfahrung beruht. Vages Erleben kann in klare Worte gebracht werden, so dass es so kommunizierbar wird, dass es vom Gegenüber verstanden werden kann. Erlebensbezogenes Denken kann somit in pädagogischen Kontexten als eine praktisch anwendbare Methode der Autonomiebildung verstanden werden (vgl. Hofmann, 2017).

    Das Spiel „Adventuria“ basiert auf den Prinzipien und Fragen des Erlebensbezogenen Denkens. Die Methodik wird von den deutschen AutorInnen des Spiels weiterentwickelt zur flexiblen Adaptation an unterschiedlichste fachliche Fragestellungen, und zur spielerischen Anwendung der ursprünglichen 14 TAE-Schritte in der Arbeit mit Gruppen. Adventuria ist spielbar an einem Nachmittag oder über mehrere Tage hinweg (3 Stunden - 3 Tage).

    Forschungsfragen

    • Was sind Möglichkeiten und Grenzen der Implementierung erlebensbezogenen Denkens in pädagogischen Kontexten? Welche Alters- und Zielgruppen können wie angesprochen werden? Wie kann der Outcome sinnvoll operationalisiert werden?
    • (Sonder-) pädagogische Theoriebildung: Wie kann erfahrungsbasiertes Denken („tacit knowledge“) für Pädagoginnen und Pädagogen zur Weiterentwicklung von bestehenden Modellen und Theorien fruchtbar gemacht werden? Wie können die Fragen des TAE in dieser spezifischen Berufsgruppe für einen systematischen Praxis-Theorie-Transfer angepasst werden?
    • Gelingende Kommunikation bei situativer Komplexität und Heterogenität: Wie können Unterschiede (zwischen Personen, Inhalten, Kulturen,…) mit Hilfe erlebensbezogenen Denkens zur Ressource werden? Wie können konflikthafte Systemdynamiken mit Hilfe erlebensbezogenen Denkens in adaptive Dynamiken überführt werden?

    Ansprechpartner

    Dr. Tony Hofmann
    Universität Würzburg
    tony.hofmann@uni-wuerzburg.de
    0931 / 31 83324

    Beteiligte

    Dr. Evelyn Fendler-Lee, USA, evelyn@fendler-lee.com
    Dipl.-Päd. Monika Lindner, ECC/Trainer (GwG), MonikaLindner@gmx.de

    Literatur

    Deloch, H. (2017): Erlebensbezogen Denken, Coachen und Moderieren: Der Coachingansatz ECC - Erlebensbezogenes Concept-Coaching. In: Person, Vol. 21, No. 2., 120-131

    Fendler-Lee, E. (2018): Thinking at the Edge - Eine Herausforderung, die sich lohnt. In: Person, Vol. 21, No. 2, 110-119

    Gendlin, E.T. (1998): Focusing. Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt

    Gendlin, E.T. (2004a): Introduction to Thinking At the Edge. In: The Folio. A Journal for Focusing and Experiential Therapy. 1 (19), S. 1–8. Online verfügbar unter www.focusing.org/tae-intro. html, zuletzt geprüft am 05.09.2018

    Gendlin, E.T. (2004b): Thinking at The Edge (TAE) Steps. In: The Folio. A journal for Focusing and Experiential Therapy, 1 (19), S 12-24

    Gendlin, E. T.; Wiltschko, J. (2004): Focusing in der Praxis. Eine schulenübergreifende Methode für Psychotherapie und Alltag. Stuttgart: Pfeiffer bei Klett-Cotta

    Hofmann, T. (2017): Experienzielle Kommunikation. Wie kann soziales Miteinander in komplexen Situationen gelingen? Coburg/Weitramsdorf: ZKS

    research questions

    What are the possibilities and limitations of implementing experiential thinking in pedagogical contexts? Which age and target groups can be addressed? How can the outcome be reasonably operationalized?

    (Special needs) Pedagogical theory formation: How can experiential thinking (tacit knowledge)be made fruitful for educators to further develop existing models and theories? How can the questions of TAE be adapted in this specific professional group for a systematic practice-theory transfer?

    Successful communication within situational complexity and heterogeneity: How can differences (between persons, contents, cultures, ...) become a resource with the help of experiential thinking? How can conflictive system dynamics be transformed into adaptive dynamics using experiential thinking?

    What are the possibilities and limitations of implementing experiential thinking in pedagogical contexts? Which age and target groups can be addressed? How can the outcome be reasonably operationalized?

    (Special needs) Pedagogical theory formation: How can experiential thinking (tacit knowledge)be made fruitful for educators to further develop existing models and theories? How can the questions of TAE be adapted in this specific professional group for a systematic practice-theory transfer?

    Successful communication within situational complexity and heterogeneity: How can differences (between persons, contents, cultures, ...) become a resource with the help of experiential thinking? How can conflictive system dynamics be transformed into adaptive dynamics using experiential thinking?

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    Kontakt

    Lehrstuhl für Sonderpädagogik V - Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    Wittelsbacherplatz 1
    97074 Würzburg

    Fax: +49 931 31-80073
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