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    Pädagogik bei Verhaltensstörungen

    Sinn-Bilder - Bildkarten mit metaphorischen Darstellungen

    Sinn-Bilder sind Bildkarten mit metaphorischen Darstellungen. Die Auswahl der Motive orientiert sich inhaltlich an den philosophischen Arbeiten von Rombach (1994) und Gendlin (2015). Beide Autoren beschreiben „organische“ Veränderungsprozesse, wie man sie auf den Bildern sieht. Metaphorischen Darstellungen können den Einstieg in Erlebensprozesse erleichtern. Sie können helfen, das auszudrücken, was gerade spürbar ist. Die Motive sind dabei offen für das gefühlsmäßige Erleben und zugleich konkret genug für sprachliche Beschreibungen. Die Karten können durch diese Eigenschaft der Doppelseitigkeit (Erleben und Sprache) einen Explikationsprozess initiieren, der den impliziten Erlebenskern des Themas aussymbolisiert (vgl. Hofmann, 2017). Darüber hinaus ist jedoch offen, ob bildliche Darstellungen überhaupt notwendig sind. Möglicherweise genügt für die Explikationsarbeit bereits eine breite Auswahl aus Formen und Farben, die in der praktischen Umsetzung zum subjektiven Erleben in Bezug gesetzt werden können (vgl. Markones, 2017).

    In beiden Fällen geht es darum, zu unterstützen, dem subjektiven Erleben Raum zu geben. Dies ist insbesondere in sonderpädagogischen Kontexten von Belang, in denen die Interaktion von Person und Umwelt von Störungen gekennzeichnet ist (vgl. Stein, 2017). Das Erleben der Situation kann in der Pädagogik bei Verhaltensstörungen zugleich als Kristallisationspunkt der Störung, aber auch als Ansatzpunkt für adaptive Veränderung verstanden werden (vgl. Hofmann & Freitag, 2018).

    Aktuell in Entwicklung befindet sich ein Kartenset spezifisch für die Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen. Es wird ab Herbst 2019 im Verlag für psychosoziale Medien erhältlich sein: Ich störe!" - Metaphern auffälligen Verhaltens. Bildkartenset für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung. (35 ausgewählte Bildkarten in DIN A5, Manual, ISBN 978-3-947502-19-6, €34,95), bestellbar ab Herbst 2019.

    Forschungsfragestellungen

    • Was sind Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Bildkarten im Kontext von Psychotherapie und (sonderpädagogischer) Beratung?
    • Wie kann die Methode und die Auswahl der Bildkarten angepasst werden an spezifische Kontexte und Zielgruppen (z.B. Einsatz mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen)?
    • In welchen Zusammenhängen und Kontexten sind explizite bildliche Darstellungen notwendig, irrelevant oder gar hinderlich für die Explikation impliziten Erlebens?
    • Wie lassen sich prozessphilosophische Grundlagen, psychologische Modelle der Informationsverarbeitung und aktuelle Metapherntheorien am Beispiel der Arbeit mit den Bildkarten verknüpfen? Welche Modelle zur Erklärung von Explikation existieren, wie lassen sie sich in Bezug setzen zu den vier Schritten eines typischen Sprachfindungsprozesses?
    • Welche Handlungsempfehlungen für die praktische Arbeit lassen sich aus den hieraus gewonnenen Erkenntnissen ableiten?

    Ansprechpartner

    Dr. Tony Hofmann
    tony.hofmann@uni-wuerzburg.de
    0931 31-83324

    Beteiligte

    Bettina Markones, Str‘in FöSch, tätig im MSD
    bettina@kinderfocusing.de
    09306 980 651

     

    Weiterführende Informationen

    Beispielvideo mit Karten: https://www.youtube.com/watch?v=yUKq0_WmZQ0

    Drei Beispiele für typische Sprachfindungsprozesse: Download PDF

    Website: www.sinn-bilder.de

     

    Literatur

    Gendlin, E.T. (2015): Ein Prozess-Modell: Körper. Sprache. Erleben. Freiburg: Karl Alber

    Hofmann, T. & Freitag, I. M. (2018): Der Interaktionsprozess als sonderpädagogischer Leitbegriff. Zeitschrift für Heilpädagogik, 8/18, S. 379-387

    Markones, B. (2017): Ich fühl mich heute Lila. Basismaterial für Kinderfocusing. Gossmannsdorf b. Würzburg: Verlag für psychosoziale Medien

    Rombach, Heinrich (1994): Der Ursprung. Philosophie der Konkreativität von Mensch und Natur. Freiburg im Breisgau: Rombach

    Stein, Roland (2017): Grundwissen Verhaltensstörungen. Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren