Intern
    Pädagogik bei Verhaltensstörungen

    Wissenschaftliche Begleitung des Inklusionsprozess' der Caritas-Schulen Unterfranken

    Leitung: Prof. Dr. Roland Stein

    Durchführung: Pierre-Carl Link

    Die  "wissenschaftliche Projektstelle Inklusion" begleitet, gemeinsam mit der "Projektstelle Inklusion und berufliche Teilhabe" an der Don-Bosco-Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung Würzburg, die Inklusionsprozesse der Caritas-Schulen Unterfranken – aus einer unabhängigen Außenperspektive heraus. Am Anfang, aber auch im weiteren Verlauf der Aktivitäten, steht die kontinuierliche Aufarbeitung und fortwährende Bereitstellung des wissenschaftlichen Forschungsstandes zum Inklusions-Diskurs, unter Berücksichtigung von historisch-systematischen und empirischen Ergebnissen, im Vordergrund. Durch Literaturrecherche und -aufbereitung soll eine Systematisierung der Fachliteratur stattfinden, wodurch eine Sortierung, ein Kanalisieren und ein Zuarbeiten des Forschungsstandes an die Schulen stattfinden soll. Neben politischen Stellungnahmen und deutschsprachiger Literatur kommt dem Miteinbezug und Vergleich von internationaler Literatur im Forschungsprojekt ein hoher Stellenwert zu. Dabei werden vor allem Forschungsergebnisse aus Skandinavien, Kanada, Italien, Vereinigtem Königreich und der Schweiz in den Blick genommen werden.

    Themenkomplexe (vorläufige Auswahl):

    •   schulische Inklusion
    •   Übergang Schule-Beruf
    •   sozialraumorientierte Ansätze
    •   gesellschaftskritische Sicht auf Inklusion und Exklusion
    •   Kritik der Emotionalisierung des Inklusions-Diskurses
    •   (sonder-)pädagogisch-ethische Legitimation von inklusiver und exklusiver Beschulung
    •   Bedeutung von schulischer Inklusion und Exklusion
    •   (sonder-)pädagogische Konzepte zur Ermöglichung/ Umsetzung von schulischer Inklusion

    Durch empirisch-qualitative Forschungsmethodik (z.B. durch die Erstellung und Validation von Fragebögen und Interviewleitfäden) sollen Bedarfe und Schwerpunkte der Caritas-Schulen Unterfranken für einen sinnvollen Inklusionsprozess ermittelt werden. Dabei geht es um eine Bestandsaufnahme der inklusiven Projekte, die in den beteiligten Schulen bereits stattfanden, aktuell stattfinden oder geplant sind. Dadurch findet die Perspektive auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Berücksichtigung im Forschungsprojekt und Inklusion wird als ein kulturell-historischer Prozess in Zeit gedacht. Auf der Grundlage der Herausforderungen und Bedarfe sollen jährlich eine Fachtagung als Fortbildung konzipiert und durchgeführt sowie Entwicklungsthemen für die Schulen ausgemacht werden. Durch qualitative Forschungsmethoden sollen einerseits die Gelingensbedingungen und Unterstützungsmaßnahmen von Inklusionsprozessen wie inklusiver Beschulung ermittelt werden, andererseits sollen auch Herausforderungen, Risiken und Probleme schulischer Inklusion vor Ort ehrlich in den Blick genommen und zur Sprache gebracht werden. Ebenso werden die Beteiligten im Hinblick auf Ihre "Stimmungen" und "Haltungen" befragt, welche in die Begleitung des Inklusionsprozesses einfließen sollen.

    Eine zentrale Aufgabe der "wissenschaftlichen Projektstelle Inklusion" ist der Aufbau eines transdisziplinären und multiprofessionellen Netzwerkes. Neben dem fachlichen Austausch steht hierbei auch die Mitarbeit in Arbeitsgemeinschaften im Mittelpunkt (insbesondere AG Index Inklusion). Das "Zur-Verfügung-Stellen" eines wissenschaftlichen Reflexionsrahmens durch Berücksichtigung relevanter Fachliteratur, Fachtermini und Definitionen findet in der schulischen Praxis ihren Niederschlag in der Begleitung der Implementierung des Index für Inklusion an verschiedenen der beteiligten Schulen. Dabei spielt gegebenenfalls die Entwicklung von Evaluationsinstrumenten im Hinblick auf die Implementierung angedachter Maßnahmen in den Schulen eine Rolle.

    In Kooperation mit der "Projektstelle Inklusion und berufliche Teilhabe" an der Don-Bosco-Berufsschule Würzburg wird jährlich eine Fachtagung respektive Fortbildung konzipiert und durchgeführt, welche sich an Bedarfen der Caritas-Schulen orientiert. Durch die Bereitstellung eines "Inklusions-Newsletters" wird ein kontinuierlicher, sach- und fachgerechter Informationsfluss an die Schulen gewährleistet.

    Die Ergebnisse der Arbeit der "wissenschaftlichen Projektstelle Inklusion“ sollen in Fachpublikationen und Beiträgen auf Fachtagungen präsentiert werden.

    Kennzeichnend für das Projekt ist die transdisziplinäre Perspektive und Herangehensweise auf (sonder-)pädagogische Forschungsgegenstände durch Philosophie, Psychoanalyse, Bildungs- und Erziehungswissenschaft und Sonderpädagogik. Das Forschungsprojekt ist, durch die Berücksichtigung inklusionskritischer Literatur, um die Entwicklung einer kritisch-supportiven Betrachtung und Haltung gegenüber inklusiven und exklusiven Bestrebungen bemüht.

    Ziel des Forschungsprojektes ist die wissenschaftliche Begleitung des Inklusionsprozess der Caritas-Schulen Unterfranken sowie generell eine Weiterentwicklung von Inklusion im Bildungswesen in Deutschland.

    Laufzeit: 01.03.2015 bis 01.03.2018

    Finanzierung: Das Projekt wird finanziell ermöglicht durch die Caritas-Schulen gGmbH und die Caritas-Stiftung Würzburg

    Kontakt

    Lehrstuhl für Sonderpädagogik V - Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    Wittelsbacherplatz 1
    97074 Würzburg

    Fax: +49 931 31-80073
    E-Mail

    Suche Ansprechpartner

    Wittelsbacherplatz 1